
Die Straßenhunde Belgrads grenzen den repräsentativen Teil der Stadt vom gewöhnlichen Lebensraum ab. Hier, in den kleinen Straßen und Gassen
mit den zum Teil dörflich anmutenden Häusern, an deren Horizont immer irgendwo ein Hochhaus stakt, streunen sie in kleinen Rudeln über den
Asphalt. Die Köpfe gesenkt, als seien sie darauf bedacht, nicht aufzufallen, ziehen sie von Mülltonne zu Mülltonne oder sitzen um aufgerissene
Plastiktüten, aus denen der Abfall rinnt. Und tatsächlich scheinen sie gleichzeitig überall zu sein und doch auf eine derart flüchtige Weise,
dass man sie kaum als Lebewesen wahrnimmt. Sie gehören eher zur Landschaft Belgrads, gemeinsam mit den Kiosken, den vergrauten Fassaden, den
kyrillischen Schriftzügen, den schwankenden Trams und den Grillimbissen, vor denen man sie merkwürdigerweise nie antrifft.